Manifest
Der Augenblick verlangt nichts. Nur dass man kurz aufhört, woanders zu sein. Was im Zentrum bleibt, muss nicht sprechen, um da zu sein.
Es gibt einen Moment, kurz vor dem ersten Gedanken des Tages. Er hält nicht lange. Er kommt und geht. Manche kennen ihn aus der U-Bahn. Der Blick in die Leere. Im Park, im Einklang mit der Natur. Er hat keinen Ort und keine Worte. Es ist keine Fähigkeit. Es ist eine Gabe und dennoch ist niemand darin fertig. Ein aufrichtiger Blick zu dem was ist, du wirst sehen was kommt. Die einzige Bedingung, auch in diesem Augenblick.
Für einen Moment das Gefühl der Geborgenheit und Nähe. An manchen Tagen mehr. An manchen weniger. Das gilt für alle. Der Kern, dass Innere das bleibt. Der Blick, dass Licht zur Erkenntnis. Für ein lebendiges Erfahren.
Etwas zu wissen und etwas zu leben sind zwei verschiedene Dinge. Du kannst hundert Seiten über Mut lesen und trotzdem kein einziges Mal mutig gewesen sein. Erst in der Handlung wird aus einem Gedanken eine Erfahrung — und erst die Erfahrung gehört wirklich dir. Die Frage ist also nicht, was du verstanden hast, sondern was du bereit bist zu leben.
Der Blick nach innen beginnt im Augenblick.